Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis CLEAN! 2015

Reinheitstechnik-Preis verliehen

Zum dritten Mal vergab das Fraunhofer IPA den Reinheitstechnik-Preis CLEAN!, um ausgezeichnete Entwicklungen, die die Branche voranbringen, zu ehren. Die Jury überzeugten in diesem Jahr zwei Beiträge: ein innovatives System für die Partikelabreinigung und integrierte photodynamische Desinfektion von Reinraumkleidung sowie ein Sauberkeitsmessgerät, das durch vakuuminduzierte Desorption filmische Verunreinigungen auf Bauteiloberflächen nachweist. Die Preisträger stellten Ihre Beiträge in diesem Jahr im Fachforum der parts2clean vor und erhielten ihre Auszeichnung von den renommierten Experten und Juroren Dr. Lothar Gail und Prof. Arnold Brunner überreicht.

1. Preis: Desinfektion von Reinraumbekleidung mittels Licht – dastex Reinraumzubehör GmbH & Co. KG

Die Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft hat mit dem System »Desinfektion von Reinraumbekleidung mittels Licht« für Produktions- und Forschungsbereiche, wo biologische Kontamination eine wesentliche Rolle spielt, einen innovativen Schritt in die Reinraumzukunft gemacht. Die Idee, mit Hilfe eines spezifischen Textilfarbstoffes eine lichtinduzierte Sauerstoffproduktion als Desinfektionsmittel am »point of use«, also in unmittelbarer Nähe der Mikroorganismen zu nutzen, ist vielversprechend. Um daraus ein „Prêt-à-porter“-Produkt zu machen, das dem rauen Industriealltag Stand hält, war die Zusammenarbeit des Reinraumtextilspezialisten dastex, des Farbstoffherstellers M. Dohmen, des Gerätebauers Ortner Reinraumtechnik sowie der wissenschaftlichen Forschung der TU Graz und dem RCPE Graz unabdingbar.

Prof. Arnold Brunner von der Hochschule Luzern beurteilt in seiner Laudatio das Resultat als vorbildlich: »Die Zusammenarbeit hat ein innovatives und industrietaugliches Bekleidungssystem hervorgebracht, das basierend auf einer nachhaltigen Technik eine allfällige Keimbelastung der Textiloberfläche beherrschen d.h. abtöten kann. Die Jury erachtet dieses Schleusen- / Bekleidungssystem als geeignet für den Einsatz in biologischen Laboratorien, C- und D-klassierten Pharmareinräumen, aber auch in der Convenience Food Industrie im Bereich der Verpackung. Die Merkmale des neuen Schleusen- und Bekleidungssystems: industrietauglich, nachhaltig und interdisziplinär entwickelt, macht es zu einer vorbildlichen CleanTec-Innovation.«

2. Preis: VIDAM – Ein neues Inhouse-Reinheitsmesssystem – VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH

In vielen Industriezweigen ist Sauberkeit ein wichtiges Qualitätsmerkmal für reproduzierbare Prozesse. Die Kenntnis der Sauberkeit von Bauteilen ist eine Grundvoraussetzung, um die Wirksamkeit und Effizienz des Reinigungsprozesses bewerten und somit eine hohe und stabile Qualität des Endproduktes garantieren zu können. VIDAM weist filmische Verunreinigungen integral – also auf der gesamten Bauteiloberfläche – vollautomatisch nach. Durch das spektrale Messverfahren können Verunreinigungen auf der Oberfläche eindeutig identifiziert und deren Ursachen zugeordnet werden. Darüber hinaus liefert VIDAM absolute, quantitative Messwerte, welche die Festlegung zweckmäßiger Grenzwerte ermöglichen. Damit kann der Fertigungs- und Reinigungsprozess so optimiert werden, dass eine hinreichende Bauteilsauberkeit für alle nachfolgenden Prozesse gewährleistet ist. Dies ist die Grundvoraussetzung für kontrollierbare, reproduzierbare und garantierte Qualität.

Dr. Lothar Gail lobt in seiner Laudatio: »Die Messung luftgetragener Partikel mittels Streulicht hat die Entwicklung der modernen Reinraumtechnik maßgeblich vorangetragen. Für filmartige Kontaminationen, die in der Reinraumtechnik keine geringere Rolle spielen, existieren bislang keine vergleichbaren Standards. Je strenger die Reinheitsanforderungen, um so vielfältiger ist die Zahl möglicher störender Wechselwirkungen, die Kontaminationen verursachen. Das vorgestellte VIDAM-Verfahren kann daher als wichtiger Fortschritt gewertet werden, um von der Fehlersuche über die Prozesskontrolle bis hin zur Eingangskontrolle von Materialien ein breites Spektrum der Erfordernisse der Kontaminationskontrolle abzudecken.«